Diese neun Trends werden 2013 in der Online PR wichtig – hoffe ich

Posted by | Dezember 05, 2012 | Allgemein | 5 Comments
glaskugel

Bild unter einer CC-SA-Lizenz von glasseyes view | flickr.com

Raten. Schönreden. Irren. Im Dezember überschlagen sich Berater bei ihren Ausblicken in das kommende Jahr. Ich finde das komisch. Natürlich gibt es Trends für 2013, aber ob sich diese durchsetzen werden ist zum jetzigen Zeitpunkt entweder ungewiss oder Wunschdenken. Das gilt natürlich auch für Online Public Relations. Ich liste lieber die Trends auf, von denen ich mir wünsche, dass sie sich durchsetzen.

  1. Das Comeback der Strategie
    Unternehmen richten Ihre Maßnahmen an den Unternehmenszielen aus. Die Hausaufgaben sind gemacht – es herrscht Klarheit über Produkt, Markt, Positionierung und Vertrieb. Das Abhaken von Maßnahmenlisten hat ein Ende. KPIs werden so gewählt, dass sie zu den Unternehmenszielen passen. Controller erkennen, dass Image ein betriebswirtschaftlich relevanter Faktor ist, der sich einer verlässlichen Bewertung in Euro allerdings entzieht.
  2. Silodenken wird als Problem erkannt
    Erst die Website, nächstes Jahr dann Social Media. Alleingang des Marketing. HR und Kundenservice werden nicht miteinbezogen. Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass das so nicht funktioniert.
  3. Social Media wird realistisch gesehen
    Social Media wird als das erkannt, was es ist. Kein Wundermittel, kein Erfolgsgarant. Social Media bietet lediglich die Plattform für Maßnahmen.
  4. Unternehmen verlassen Facebook in Scharen
    Der größte Teil der Unternehmen auf Facebook ist nicht bereit, für die Sichtbarkeit dort zu zahlen. Die eigene Website gewinnt als Publikationsort an Bedeutung. Gute und hochwertig produzierte Inhalte werden von den Usern auf Facebook geteilt. 
  5. Bewegtbild startet durch
    Wir werden mehr Webvideo sehen. Der Inhalt von Videos lässt sich einfacher memorieren als der von Texten. Die Produktionskosten von Bewegtbild sinken. Das Know-how über die vom Nutzer erwarteten Eigenschaften von Webvideo steigt.
  6. Mobile first gewinnt mehr Anhänger
    2015 wird das Smartphone das meistgenutzte Device für den Zugang zum Internet sein. Inhalte werden zunehmend für den mobilen Konsum konzipiert. Geschichten, auf die man sich auch in der Bahn konzentrieren kann, bandbreitangemessen und mit sich anpassendem Design. Native Apps verlieren aufgrund der Gerätevielfalt an Bedeutung.
  7. Klassische PR-Agenturen entdecken Content Marketing
    Online war 2012 eine Domäne von Marketing- und Internetagenturen. Da Google beim Ranking immer stärker auf qualitativ hochwertige Inhalte setzt, boomt Contentmarketing. 2013 erinnern sich die klassischen PR-Agenturen daran, dass ihr Produkt “gut recherchierte und schön erzählte Geschichten” heißt. Und das ist gut so.
  8. Fluide Netzwerke bekommen ihre Chance
    Freelancer  haben meist mehr Erfahrung als die durchweg jungen Teams in Agenturen. Da sie weniger Overheadkosten als die großen Agenturen haben, können sie auch günstiger anbieten. Bislang blieb ihnen allerdings der Zugang zu den großen Etats verwehrt. Das ändert sich 2013, da der Kostendruck auf Seiten vieler Unternehmen weiter zunimmt. Netzwerke aus Freelancern werden zu den ersten größeren Pitches eingeladen.
  9. Print bleibt
    Anders als jetzt. Aber strategische PR kann auf Print nicht gänzlich verzichten.  Sonst wäre sie nicht strategisch.

Link:  Beitrag zur Blogparade “Zukunft Online PR” von Ed Wohlfahrt.

Beitrag unter einer CC-SA-Lizenz.

  • http://twitter.com/neina_hh Nina Galla

    nice! Ich bin auch grad dabei, einen themen-ausblick zu formulieren und amüsiere mich genauso über das alljährliche glaskugelgeschwätz und nehme dennoch teil. ist wohl ein bisschen wie silvester feiern – irgendwie nervts, aber auslassen geht doch fast nicht :-) Punkt 4 teile und begrüße ich: Mich stört die Über-Werbung von Facebook schon lang und die damit verbundene Mentalität “man müsse eben auf Facebook” sein. Die einzige eigene Plattform (die gute alte Webseite) wird dabei oft vernachlässigt. Facebook gehört nicht zu den “owned media”, auch wenn ich den Content bestimmen kann. Punkt 5 teile ich ebenfalls und würde sogar noch den guten alten Podcast ergänzen: Manchmal ist auch die Bilderflut zu viel und das Radio gehört nicht ohne Grund zu den am meisten unterschätzten Medien. Und Punkt 8 begrüße ich (aus Gründen) ebenfalls: Ich habe schon positive Erfahrungen damit gemacht und sehe auch aus Auftraggebersicht enorme Vorteile: Die seniorige Kompetenz aus großen Agenturen zum Preis einiger Freelancer – ein klassisches win-win. Danke für den Überblick! 

  • http://twitter.com/neina_hh Nina Galla

    nice! Ich bin auch grad dabei, einen themen-ausblick zu formulieren und
    amüsiere mich genauso über das alljährliche glaskugelgeschwätz und nehme
    dennoch teil. ist wohl ein bisschen wie silvester feiern – irgendwie
    nervts, aber auslassen geht doch fast nicht :-) Punkt 4 teile und
    begrüße ich: Mich stört die Über-Werbung von Facebook schon lang und die
    damit verbundene Mentalität “man müsse eben auf Facebook” sein. Die
    einzige eigene Plattform (die gute alte Webseite) wird dabei oft
    vernachlässigt. Facebook gehört nicht zu den “owned media”, auch wenn
    ich den Content bestimmen kann. Punkt 5 teile ich ebenfalls und würde
    sogar noch den guten alten Podcast ergänzen: Manchmal ist auch die
    Bilderflut zu viel und das Radio gehört nicht ohne Grund zu den am
    meisten unterschätzten Medien. Und Punkt 8 begrüße ich (aus Gründen)
    ebenfalls: Ich habe schon positive Erfahrungen damit gemacht und sehe
    auch aus Auftraggebersicht enorme Vorteile: Die seniorige Kompetenz aus
    großen Agenturen zum Preis einiger Freelancer – ein klassisches win-win.
    Danke für den Überblick!  

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