Storytelling von beme in der Unternehmenskommunikation

Posted by | Juli 20, 2015 | Storytelling | One Comment

Storytelling von beme in der Unternehmenskommunikation

beme ist eine neue App und wird gerade als Trend durch das Dorf getrieben. Ob sie Erfolg haben wird, weiß ich nicht. Was ich allerdings weiß, ist dass beme ein Lehrstück für Storytelling in der Unternehmenskommunikation ist.

beme ist eine neue App und wird gerade als Trend durch das Dorf getrieben. Ob sie Erfolg haben wird, weiß ich nicht. Was ich allerdings weiß, ist dass beme ein Lehrstück für Storytelling in der Unternehmenskommunikation ist.

An dieser Stelle eine kurze Unterbrechung und die Bitte, die gesamten acht Minuten des oben eigebetteten Videos zu sehen.

Erzähler des Videos ist Casey Neistat, einer der Gründer von beme. Casey ist Filmemacher aus New York, hat Werbefilme unter anderem für Mercedes Benz und J.C. Crew gedreht und hatte seine eigene Show auf dem Kabelsender HBO. Ich verfolge Casey schon länger, hauptsächlich seinen Youtube-Kanal, bin aber auch über Instagram, Twitter und Facebook mit ihm verbunden. Auf allen Netzwerken hat er ein internationales Publikum, das in die Millionen geht.

Alle diese Kanäle hat er in den letzten Jahren genutzt, um sich auf recht sympathische Art und Weise selbst zu inszenieren und zu zeigen, wie er als Filmemacher arbeitet. Ich habe ihn vor allem deshalb verfolgt, weil ich seine Art des Erzählens mag und das Gefühl hatte, in Sachen Storytelling dort lernen zu können.

Als er Anfang des Jahres ankündigte, dass er von nun an täglich einen Film veröffentlichen wolle, hatte ich keine Ahnung, wie sehr dieses tägliche Videoblog ein Lehrstück in Unternehmenskommunikation werden sollte.

The New Company

Casey zeigt mit dem Vlog sein Leben. Wir sehen Casey mit Familie, Casey im Studio, Casey unterwegs im Kundenauftrag, Casey im Urlaub … und immer mal wieder ist die Sprache von „The new company“. Scheinbar nebenbei zeigt er Szenen von Teambesprechungen in der Pizzabude, von Spätschichten im Büro oder von Meetings mit Partnern. Worum es bei „The new company“ genau geht, bleibt unklar. Mich interessiert es auch nicht wirklich, da es nur ein Randthema des Vlogs bleibt. Aber Hunderttausende sind täglich ganz nah dran.

Das änderte sich schleichend. Ganz langsam wird Spannung aufgebaut. In den letzten Wochen rückt die neue Firma immer weiter in den Mittelpunkt der Erzählung. Casey erzählt, dass es eine App sein wird, dass sie irgendwas mit kreativem publizieren zu tun haben wird und ähnliche Geschichten. Details? Kann er nicht erzählen – rechtliche Gründe. Dennoch: In jedem Vlog erfahren wir als Zuschauer ein bisschen mehr, ohne jedoch zu wissen, was genau es sein wird.

Das Vlog als Zentralorgan der Unternehmenskommunikation

Und dann, letzten Donnerstag, das Video oben. Von einem Tag auf den anderen wird aus einem scheinbar privaten Vlog einer einzelnen Person das Zentralorgan der Unternehmenskommunikation eines neuen Unternehmens.

Nennt mich meinetwegen naiv. Aber ich habe das nicht kommen sehen. Ich mache seit über zehn Jahren Unternehmenskommunikation und ich habe das nicht kommen sehen. Hunderttausende Multiplikatoren weltweit sind monatelang mit kleinen bist kleinsten Häppchen an scheinbar belanglosen Informationen angefüttert worden und machen jetzt, wo die App – auf Einladung – verfügbar ist bereitwillig Werbung dafür. Mit Erfolg, wie der aktuelle Hype im Netz zeigt.

Ich weiß nicht, ob beme das neue Snapchat wird, ich weiß nicht, ob beme einfach nur eine weitere App bleibt oder ob sie schon bald wieder verschwindet. Aber die Art und Weise, wie der Start kommunikativ vorbereitet wurde, verdient meine Hochachtung.

Dient das als Vorbild?

Was lernen wir daraus? Nicht jedes Unternehmen hat einen Gründer mit einem Millionenpublikum auf Youtube – die Mechanismen hinter dieser Kommunikation sind allerdings kopierbar. Personenzentrierte Kommunikation hat Daimler schon mit Dr. Z. und Apple mit Steve Jobs gemacht. Auch das sukzessive Anfüttern mit scheinbar belanglosen Informationen macht Apple seit Jahren – immer dann wenn mal wieder etwas „geleakt“ ist. Und mit geeignetem Personal im Unternehmen kann man sogar persönliche und emotionale Videoformate entwickeln. Der Vertriebschef, der vom Organisationsaufbau in Asien berichtet zum Beispiel, oder der Eventmanager, der von der Vorbereitung der Hauptversammlung vlogt.

Chapeau!

One Comment

  • Thomas sagt:

    Ich mag seinen „zufälligen“ Erzähl- und Filmstil auch sehr gern. Man hangelt sich von Video zu Video und kann irgendwie nicht aufhören aber gleichzeitig ist es nach einer Zeit auch anstrengend.

    Für den Aufbau von Spannung und die Kundenbindung aber natürlich super und quasi ein Paradestück in Sachen Video Content-Marketing.

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