Onlinekommunikation ohne Facebook - ein paar Ansätze

Posted by | Januar 22, 2018 | Tools & Plattformen | No Comments
Onlinekommunikation ohne Facebook

Onlinekommunikation ohne Facebook: Spätestens nach der letzten Änderung des Algorithmus von Facebook, dürfte das große Grübeln in Kommunikationsabteilungen begonnen haben. Unternehmenskommunikation will Botschaften vermitteln, Diskussionen austragen, Meinungen machen und im besten Fall die Agenda bestimmen. Was kein Kommunikator je wollte, war sich laufend Gedanken um eine verlässliche Ausspielung der Inhalte an die Zielgruppe bei Facebook zu machen. Oder auch die ungeliebten “Media-gegen-Berichterstattung”-Deals der Fachpresse gegen ein entsprechendes Modell auf Social Media-Plattformen zu tauschen.

Weniger Abhängigkeit von Facebook

Der Impuls liegt also nahe: Verzichten wir einfach auf Facebook. Aber geht das überhaupt? Der Zugang zu Informationen im Netz erfolgt im wesentlichen durch zwei Player: Facebook und Google. Während Google durch die Produktion relevanter Inhalte und die Anwendung grundlegender SEO-Regeln ein einigermaßen zuverlässiger Partner ist, scheint man Facebook hilflos ausgeliefert zu sein. Was also tun? Die Antwort: Unabhängig werden. Nicht auf Facebook verzichten, aber aufhören, sich dem Netzwerk auszuliefern. Ein paar Ideen, wie das geht.

Differenzieren und Diversifizieren

Unternehmenskommunikation auf Facebook ist zu großen Teilen vereinheitlicht. Wettbewerber kommunizieren größtenteils gleich. Nicht inhaltlich, aber in der Form und im Stil. Ändern Sie das. Machen Sie nicht länger Reichweite zum Ziel, sondern Alleinstellung gegenüber dem Wettbewerb. Sorgen Sie dafür, das “Must Read” Ihrer Zielgruppe zu sein.

Wenn Sie schon dabei sind: Diversifizieren Sie Ihre Formate und die Plattformen auf denen Sie ausspielen. Setzen Sie auf Vielfalt bei Inhalten und in der Ausspielung. Produzieren Sie originäre Inhalte für alle Plattformen, von denen Sie wissen, dass Ihre Stakeholder sie nutzen.

Die Community nicht auf Facebook ansprechen

Eines der meist gehörten Argumente für Facebook ist häufig: Dort ist die Community. Abgesehen davon, dass dies so allgemein formuliert selten stimmt – was bringt mir das, wenn die Plattform mir den Zugang erschwert? Versuchen Sie, den direkten Zugang zu Ihrer Community zurückzugewinnen. Der Newsletter hat bereits in den letzten Jahren ein Comeback hingelegt. Die Änderung des Algorithmus bei Facebook macht ihn als Instrument noch interessanter. Gleiches gilt für die Ansprache über Messenger.

Individuen sprechen lassen, Media zurückschrauben

Für Kommunikationsabteilungen ist es keine wirkliche Innovation, dass Personen für das Unternehmen als Ganzes sprechen. Diese Personen nennt man Pressesprecher. Dieses Prinzip lässt sich auch auf Social Media Plattformen wie Facebook übertragen. So umgeht man den Algorithmus ein Stück weit. Ein anderer Ansatz sind Markenbotschafter oder Coprporate Influencer. Im gleichen Maße, wie durch diese Ansätze Reichweite gewonnen wird, lassen sich Media-Ausgaben zurückfahren.

Video und Live grundlegend neu denken

Onlinekommunikation ohne Facebook, bzw. ohne Abhängigkeit von Facebook, bedeutet auch, ein Video- oder Live-Konzept zu finden, das plattformunabhängig funktioniert. In den meisten Fällen wird das bedeuten, qualitativ hochwertige Inhalte zu produzieren und Livestreaming so zu konzipieren, dass es immer auch auf der eigenen Website stattfindet.

Ansprache und Formate maximal fragmentieren

Inhalte und Formate funktionieren auch ohne Facebook immer dann gut, wenn Sie hohe Qualität für die Nische liefern. Für eine Onlinekommunikation ohne Facebook bedeutet das, unzählige Formate der Ansprache zu finden, die jedes Informationsbedürfnis jedes Stakeholders befriedigen. Wie diese Formate genau aussehen, hängt in erster Linie von den einzelnen Personas der Stakeholder ab.

Auf eigene Stärken besinnen

Kommunikationsabteilungen haben Stärken, die Facebook – und auch keine andere Plattform – nicht hat. Content-Kreation, Stotytelling und emotionale Bindungen aufbauen. Das alles können Plattformen nicht. Aber die Unternehmenskommunikation kann das. Machen Sie das gut, können sie auch ohne Facebook mit der Community interagieren. Auf eigenen Events zum Beispiel.

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