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Populäre PR-Irrtümer, Teil 1: Nachtelefonieren

Published on June 29, 2010

cc-by: david.niconvscanon | flickr.com

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Ich habe mich gerade mal wieder geärgert. Über das Angebot eines Kollegen, das mich über Twitter erreichte: Texten und Versand von Pressemeldungen. Zu Pauschalpreisen pro Meldung inklusive telefonischem Nachfassen.

Sollten Sie einem solchen Angebot begegnen – Finger weg.

Mein eindringlicher Rat an Sie: Telefonieren Sie Ihren Pressemitteilungen nicht hinterher. Ich bin versucht zu schreiben ‘Niemals’, da ich mir wirklich keine Konstellation vorstellen kann, in der das sinnvoll ist. Da man allerdings schon Pferde vor der … aber lassen wir das.

Also nicht nachtelefonieren. Der Grund ist recht simpel. In Zeiten, in denen mehr Redakteure für PR-Agenturen arbeiten als für Verlage, erhalten Journalisten nicht selten 50 oder mehr Pressemitteilungen. Pro Tag wohlgemerkt. Ich persönlich würde schon beim fünften Anruf, der sich erkundigt, ob man denn gedenkt, daraus eine Geschichte zu machen, die Contenance verlieren.

Bitte lassen Sie Journalisten ihre Arbeit machen und selbst entscheiden, was sie wann ins Blatt nehmen. Wenn Sie Glück haben und Ihre Meldung wirklich gut ist, erhalten Sie Ihren Abdruck. Manchmal wird aus Ihrer Meldung ein Fünfzeiler – in den meisten Fällen haben Sie jedoch für den Papierkorb produziert.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Es gibt gute Gründe, einen Redakteur anzurufen. Die Frage ob aus der Pressemitteilung ein Abdruck wird, ist keiner davon. Es gibt nur einen einzigen Grund, warum Agenturen das anbieten: Um Ihnen das unbegründete Gefühl zu geben, sich für Sie einzusetzen.

Professionelle Pressearbeit funktioniert anders. Pressemitteilungen sollten dabei nur eine Maßnahme unter vielen sein. Und vor allem wirkt Pressearbeit nur bei langfristigem und strategischem Engagement. Von Agenturen, die pauschal nach Mitteilung abrechnen, ohne darauf hinzuweisen, dass Ihr Erfolg nicht kommen wird, würde ich daher die Finger lassen.



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  1. [...] PR Populäre PR-Irrtümer, Teil 1: Nachtelefonieren: Oh, offenbar ein Profi, Eine seltene Gattung im PR-Wesen. Wie heißt es so schön bei den [...]

  2. Das ist ja schade aber nicht so populär, weil vielen Leuten ist das noch nicht bekannt.

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