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Die Deutsche Bahn und die Ignoranz der Realität

Published on July 14, 2010

CC-BY: Max Braun | flickr.com

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Beratungsunternehmen, die ihr Geld damit verdienen, Krisen – welcher Art auch immer – zu managen, sollten mal einen kurzen Blick auf die Deutsche Bahn werfen.  Besser gesagt auf ihren Sprecher  Jürgen Kornmann. Der hat am Sonntag nämlich gezeigt, wie sie nicht funktioniert, die Krisenkommunikation.

Während Kornmann nach den peinlichen Vorkommnissen vom Samstag am Sonntag frohgemut verkündete, es seien keine weiteren Züge wegen defekter Klimaanlagen ausgefallen, bloggte Franziska Bluhm live: „Komisch, ich saß heute in so einem.“ Offensichtlich hat eine wesentliche Information Kornmann nicht erreicht.  Auch wenn man Kornmann zu Gute halten muss, dass die Bahn vor nicht allzu langer Zeit noch eine Behörde war und Informationen wohl in der einer Behörde angemessenen Geschwindigkeit fließen – zumal an einem extrem heißen Sonntag – ein kurzer Blick ins Internet hätte ihn eines Besseren belehrt.  Das Peinliche dabei: Bluhm bloggte auf RP online, einem der reichweitenstärksten Newsportale im deutschsprachigen Internet, dessen stellvertretende Chefredakteurin sie ist. Kornmann hätte also nicht einmal allzu tief im Internet graben müssen, um an Informationen über sein Unternehmen zu kommen. Um mal neutral zu bleiben: So etwas darf nicht passieren.  Medienbeobachtung ist Kommunikations-Grundschule; ganz besonders in Krisensituationen.

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