Die Sache mit den Referenzen
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Ein Thema geht mir aktuell nicht mehr aus dem Kopf. Referenzen. Das hat damit zu tun, dass ich in der vergangenen Woche zwei Mal damit konfrontiert wurde. Durch meine Kunden. Die hatten nämlich Probleme mit dem Thema.
Das eine Unternehmen ist ein großer Player aus der Zeitarbeit. Keiner der üblichen Marktteilnehmer, die Servicekräfte vermitteln, sondern hochqualifizierte Akademiker für Projekte in der IT, dem Ingenieurwesen oder dem Flugzeugbau. Das andere Unternehmen ist ein Startup, das ein B2B-Produkt als Software-as-a-Service anbietet.
So unterschiedlich beide Unternehmen sind – was Referenzen betrifft haben beide Unternehmen ähnliche Probleme: Die Kunden zicken. Und ich will einfach nicht begreifen, warum das so ist.
Im Fall des Startups haben wir eine Referenzseite für die Website getextet, sehr ausführlich und umständlich mit dem Ansprechpartner beim Kunden – einem großen Konzern – abgestimmt. Als wir dann zur Zusammenarbeit eine Pressemeldung herausgeben wollten, hat die Unternehmenskommunikation Wind von der Geschichte bekommen. Das vorläufige Zwischenergebnis der Kommunikation sieht so aus: Eine Pressemeldung durch das Startup wird es nicht geben und die Freigabe der Referenzseite hat so wohl auch keine Gültigkeit mehr.
Der Fall des Personaldienstleisters sieht es etwas anders aus – läuft aber auf das gleiche Ergebnis hinaus: keine Referenznennung. Das Unternehmen hat eine Kundenliste, die sich sehen lassen kann. Kaum eines dieser Unternehmen erklärt sich bereit, seinen Namen für eine Referenz herzugeben. Anlässlich eines Interviews sagte mir die Geschäftsführerin, dass sie auch nur spekulieren könne, was den Grund angeht. Große Konzerne müssten ja immerhin auf ihren Namen achten und nicht jeder, der dort mal ‚die Fenster geputzt habe‘ solle von der Marke profitieren können.
Wie gesagt, das ist nur Spekulation von ihrer Seite, aber selbst das kann ich nicht verstehen. Wieso soll der kleine und unbekannte Fensterputzer nicht davon profitieren können, wenn er seine Arbeit gut gemacht hat? Für ihn ist es ein wunderbares Testimonial und der Auftraggeber hat keinen Nachteil.
Wieso soll ein kleines Startup, das ein spezielles Problem für einen Weltkonzern löst, das nicht weitererzählen? Es geht hier ja nicht um Geldwäsche, sondern um etwas Alltägliches.
Wieso sehen Unternehmen Personaldienstleister legitimen Geschäftspartner, loben intern die gute Zusammenarbeit, ziehen aber den Schwanz ein, wenn es um eine öffentliche Referenz geht?
Woran liegt das?
Ist das ein typisch deutsches Phänomen? Ich habe das Gefühl.
Ist das ein typisches Konzernproblem? Auch da habe ich das Gefühl.
Wenn ja, woher kommt das?
Wenn jemand von Euch Antworten hat – gerne. Ich möchte das wirklich mal verstehen.












