Textmaster Korrekturservice – gut gemeint, für mich aber unbrauchbar
Wer als Freelancer in der Unternehmenskommunikation arbeitet, kennt das Problem. Korrekturlesen der eigenen Texte funktioniert schlecht bis gar nicht. Korrekturlesen ist allerdings Pflicht, nimmt man es mit der Qualitätskontrolle ernst. In Agenturen gilt daher das Vier-Augen-Prinzip.
Als Einzelkämpfer war ich bislang auf meine Bürokollegen angewiesen. Dummerweise haben Architekten und Designer andere Talente, als für das Korrekturlesen benötigt. Daher war ich einigermaßen begeistert, als ich auf Textmaster stieß. Neben Übersetzung und SEO-texten (wer’s denn braucht) bietet der Webservice aus Luxemburg auch Korrektur auf Deutsch an.
Bei meinen seltenen englischsprachigen Texten nutze ich schon länger wordy und bin mehr als zufrieden: Schnell, Günstig und von guter Qualität.
Textmaster habe ich jetzt mit einem einfachen zweiseitigen Text getestet: Eine Pressemitteilung aus der Rubrik Camping- und Caravaning. Textmaster empfängt mit einer aufgeräumten Startseite. Auch die Navigation ist verständlich und intuitiv. Unter „Meine Projekte“ kann man neue Projekte anlegen, bestehende einsehen und bearbeitete Projekte bewerten.

Textmaster Startseite
Wer Textmaster einfach nur zur Korrektur seiner Texte benutzen möchte, wird ein wenig genervt sein, dass man nach dem Projekt noch den einzelnen Text anlegen muss. Für größere Projekte ist das sicherlich sinnvoll. Bei der Anlage des Projektes kann man angeben, ob einer mehrere Autoren den Auftrag bearbeiten sollen und welche Sprachqualität diese mitbringen sollen. Hier merkt man eindeutig, dass SEO-Dienstleister die Zielgruppe ist. Ich habe also als Autorenzahl „eins“ gewählt und als Sprachqualität „höchste“. Textmaster berechnet dafür ungefähr 10 Euro pro Seite – ein Preis der für ein schnelles und professionelles Lektorat durchaus in Ordnung ist.
Das Stichwort ist „schnell“. Der Upload war am Freitag gegen späten Vormittag. Jetzt haben wir Dienstag. Der Status des Projekts steht bei „in Bearbeitung“ und bei null Prozent. Für den Workflow in der Unternehmenskommunikation ist das tödlich. 24 Stunden sind das Maximum, das ich bereit bin zu tolerieren. Zum Vergleich: wordy benötigt für einen ähnlichen Textumfang ungefähr 45 Minuten.
Mit der Geschwindigkeit erweist sich Textmaster als vollkommen unbrauchbar im professionellen Einsatz. Mal schauen, was der Support sagt.
Update:
Der Support hat sich innerhalb einer Stunde nach Kontaktufnahme gemeldet. Die fertige Korrektur lag mir weitere 24 Stunden später vor. Die Qualität der Korrektur ist sehr gut. Zur Argumentation des Supports: Siehe Kommentare.












