Ihr wollt Dialog? Lernt erst einmal diskutieren!

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  • Juli 21, 2009

Schon wieder Vodafone. Die Social-Media-Kampagne des Mobilfunkanbieters sorgt für hitzige Diskussionen. Obwohl … moment. Was hier teilweise zu lesen ist, hat mit einer Diskussion nicht mehr das Geringste zu tun. Fassen wir einmal die Fakten zusammen: Vodafone setzt auf Social Media und nutzt es für kaum mehr als eine Kampagne. Das kann man jetzt eine verschenkte Gelegenheit nennen oder auch einfach nur unter der Kategorie ‚wir lernen noch‘ einordnen. Im Rahmen dieser Kampegne schreibt Frau Schnutinger einen – zugegeben – inhaltsleeren Blogeintrag und begeht den Fehler, nicht transparent zu machen, welche Rolle sie in der Kampagne spielt. Das, was folgt, lässt mich doch ernsthaft daran zweifeln, ob die Öffentlichkeit schon reif ist für einen echten Dialog mit Unternehmen.

Es ist kein Dialog über Sinn oder Unsinn des Postings. Kein Dialog über Social Media und was Vodafone oder Schnutiner besser machen könnten, um dem Medium gerecht zu werden oder Transparenz zu wahren. Was folgt sind Angriffe auf Schnutinger und auf Vodafone, Vorwürfe und zur Krönung offensichtlich gefälschte Kommentare. Mal ehrlich: Was wollt Ihr damit erreichen? Ok, eines habt Ihr schon erreicht: Eines der in meinen Augen sympathischsten Blogs geht erst einmal off. Na Gratulation.

Ihr wollt von Vodafone verstanden werden und versteht doch selber so wenig. Wer Dialog will, muss erst einmal diskutieren lernen. Und diskutieren heißt für mich, sich auf einer sachlichen Ebene mit Argumenten auseinanderzusetzen. Da kann es dann gerne auch einmal heiß hergehen. Aber das, was ich da gestern Abend lesen musste, hatte mit diskutieren, mit dem Ausnutzen des Potenzials von Social Media nichts zu tun. Wer immer Ihr seid, die Ihr Kommentare fälscht, Euch über mislungene Posts lustig macht und persönliche Angriffe startet – die digitale Elite, als die Ihr Euch so gerne seht, seid Ihr nicht!

Werdet erwachsen.

39 Comments

  • OliverG sagt:

    Ich würd gerbn 1.-2 aspekte hinzufügen (ansonsten d’accord)

    Nicht umsonst ist Absatz 1 der Netikette:

    „Vergiss nie, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt.“

    das ist das, was diverse Aggoblogger aktiv ausblenden, wenn sie auf Institutionen und deren ‚Handlanger‘ eindreschen und dabei eine Sprache verwenden, die sie in ihrem realen Umfeld niemals einsetzen würden und dann noch unter dem Deckmantel von ‚Kunstfiguren‘ auf Podien schleppen.

    Ich hab auch schon schlecht geschlafen wegen sowas, und als Mutter eines 5 Monate alten Kids schläft man schon wenig genug, da kann ich Schnutinger verstehen.

    Zumal müssen sich die Leute sich fragen lassen, wovon die Leute leben sollen, denen sie ihre ‚Attention‘ schenken aber sonst auch nix.

  • Andrea sagt:

    Wenn ich das hier so lese: „Das, was folgt, lässt mich doch ernsthaft daran zweifeln, ob die Öffentlichkeit schon reif ist für einen echten Dialog mit Unternehmen.“

    Die Frage ist doch, ob das Unternehmen schon reif ist für echten und ernsthaften Dialog mit den Kunden und der Öffentlichkeit? Für Werbeschriebs brauche ich keine Millionen-Kampagne aufsetzen und sagen – „Wir machen jetzt mal Social“. Setzt man schon „echte“ Blogger ein, sollten diese ja auch wissen was die Welt hören will und was eben nicht. Das es in einem Corporate Blog ums Unternehmen geht – ok, dann doch aber bitte authentisch und nicht so, dass sich jeder Beteiligte komplett veralbert vorkommt.

    Der Anfang, den Vodafone gemacht hat, ist gut – keine Frage. Stellt sich nur die Frage, ob sie das auch wirklich wollen, was sie da beginnen?!

    Also – WER will den Dialog? Die Öffentlichkeit ist da – wagt VF den Schritt nach draußen, müssen sie sich dieser auch stellen – obgleich positive oder negative Reaktionen folgen. Und vor allem – daraus lernen!

    Bestes positives Beispiel ist hier Frosta oder der Saftblog. Sympathisch! Das und nicht mehr zählt am Ende!

  • Frau Elise sagt:

    Aber ist es nicht grundsätzlich so: Social Web ohne „social“ gibt es eben nicht. Wer auf die Mechaniken von Web 2.0. setzt, muss einfach damit rechnen, dass es Reaktionen gibt – und eben auch negative. Und da hat @schutinger leider ziemlich unsportlich mit trotzigem Rückzug reagiert. Und das meine ich jetzt erst einmal ganz unabhängig vom Artikel.

    Das Bashing ist unschön und kränkend, selbstverständlich. Aber: Wer genau JETZT einen solchen Artikel postet, kann doch nicht so naiv sein und glauben, dass es darauf nicht eben solche Reaktionen geben würde.

    Was jetzt aber passiert, ist allerdings schwierig: Da werden auf einmal die Lobo-Diskussion mit der Schnutinger-Diskussion vermischt: Wer nicht dafür ist, muss halt dagegen sein. Oder so ähnlich halt, irgendwie…. Da hat aber das eine mit dem anderen erstmal nichts zu tun und darauf sollten wir achten.

  • meistermochi sagt:

    aber beide arbeiten für zensoren, oder nicht? die adnation-sache steht nochmal unter einem anderen stern, klar.

  • mimikrakra sagt:

    @ Andrea „Setzt man schon “echte” Blogger ein, sollten diese ja auch wissen was die Welt hören will und was eben nicht.“

    Wow! Ich bin ein bisschen geschockt über diesen Satz. Also ist bloggen jetzt eine Fahne im Wind, das sich richten nach Mehrheiten…das ist mir zu politisch für eine unabhängige Interaktion.

    Letztendlich geht es genau darum, eine Imitation der Realität. Somit reagiert doch jeder anders und man kann nicht erwarten, dass sich alle immer so verhalten wie es gewollt wird.

    Diskussion ist wichtig und daher darf zum Glück auch jeder sagen was er will und jeder so darauf reagieren wie er will. Dieses Oppositions-Ding finde ich etwas anstrengend. Es gibt natürlich immer ein für und wider, aber ich wüsste jetzt nicht was da überwiegt. Vielleicht ist ein bisschen Versändnis für beide Positionen angebracht.

  • Christian sagt:

    @meistermochi Danke für den Einstieg in die Diskussion und die Steilvorlage. Es würde mich freuen, wenn kurz erläutert würde, warum es um Zensur geht und was das mit der Diskussion um den Einsatz von Social Media durch Vodafone zu tun hat. Merci.

  • Jens sagt:

    Habe die letzten Eskalationen auf dem Blog von vodafone nicht mehr verfolgt, weil nach dem unsäglichen posting des „europe policy officers“ zur Rolle von vodafone in der Zensur-Vorbereitung eine Diskussion mit dieser Firma unsinnig ist für eine ganze Weile.

    Web 2.0 bzw. Social Media wird von der Sperrspitze der aktiven User sicherlich sehr radikal verstanden. Es wird hier mehr gesehen als nur eine technische Weiterentwicklung, eher eine Kultur(r)evolution, die vieles Althergebrachte hinwegfegen wird. Ob dem so ist, wird sich zeigen.

    Offensichtlich ist jedoch, dass die neuen Trennlinien mitten durch die Gesellschaft, ja bei einigen sogar mitten durch die eigene Person gehen.

    Ich finde es auch müßig, dass sich jetzt viele an vodafone über die Maßen abarbeiten, einfach nicht beachten wäre, auch web20mässig, viel angebrachter. Verp*** vodafone mit deinem unsäglichen PR-Sprech-Gründgens und dem arroganten „jetzt ist mal gut mit der zensurdebatte“-policy officer. Vodafone, wie jeder firmenriese kann vielleicht garnicht in die Welt des Social Media kommen ohne nicht vorher einiges überkommene Verhalten in die Mülltonne der Wirtschaftsgeschichte zu werfen.

    Ein Dialog zielt immer auf einen Kompromiss. Es gibt Zeiten, da muss man kompromisslos gegenüber einigen vorgestrigen sein. Bashen ist Kindergarten, entwickelt neue Formen des Wirtschaftens und verbrennt aktiv die alten. Alles andere lässt vodafone und andere nur im Stillen grinsen.

  • meistermochi sagt:

    vodafone unterstützt die zensurvorhaben offensiv. und einige der prominentesten deutschen blogger werben für dieses unternehmen. wie passt das zusammen? mir scheint, dass der glaubwürdigkeit der „online-community“ damit ein bärendienst erwiesen wurde. zensurbefürworter werden rückgratlosigkeit unterstellen.

    ich lassen mich gerne eines besseren belehren und bin mir mit mir selbst bei diesem thema noch nicht einig.

  • noidea sagt:

    Das Problem ist doch, dass Unternehmen erstmal den Kunden zuhören sollten. Aber was Vodafone gemacht hat war Alpha-Blogger (ja der Begriff ist Mist, aber umschreibt die Lage halt am einfachsten) einzukaufen und zu instrumentalisieren.
    Dazu gehören aber immer zwei. Derjenige der das Geld hat und derjenige der sich kaufen lässt. Wenn jemand Geld, oder andere Zuwendungen/Vorteile, erhält dann macht er/sie sich generell Angreifbar und sollte das auch im vorhinein wissen.
    Authentisch kann so eine „Kampagne“ nur dann sein, wenn man die Basis erreicht. Und das geht nun mal nicht von oben herab sondern immer nur von unten.
    5000 Handys inkl. Datenflatrate an unbekannte Blogger hätte meiner Meinung nach völlig anders gewirkt. Aber ich bekomme ja kein Geld und fragen tut mich auch niemand.

  • Tobi sagt:

    Es ist traurig, dass der Internetpöbel mal wieder so über etwas herzieht. Wir haben zuviele Blogger, die im Alltag offenbar nichts zu melden haben, sich im Internet aber profilieren und aufspielen müssen, Zensursula als Surfbrett nutzen, um auf dieser Welle ganz oben dabei zu sein. Digitales ADS nenne ich das gern.
    Und nun kommt noch diese Vodafone-Kampagne ins Spiel, die von Menschen, die von Werbung und Kommunikation absolut keine Ahnung haben, in einer Art und Weise kritisiert wird, dass einem alles vergeht.

    Und die Krönung von Allem ist nun noch, dass vielen die Erziehung fehlt, hier nicht persönlich zu werden. Damit ist der Ofen völlig aus und ich kann Utes Entscheidung nachempfinden, auch, wenn es meiner Meinung nach nicht der richtige Schritt ist. Aber das ist jedem selbst überlassen.

    Dennoch: Die Kiddies lernen es nicht. Netiquette und Umgangston gleich Fremdwort.

  • Andrea sagt:

    @mimikrakra

    Ok klingt blöd – gemeint war es anders. Für den ganzen Werbeschriebs braucht man keine „Profis“ unter den Bloggern und Socials einsetzen (das „Profis“ jetzt mal ganz bewusst gewählt). Denn das kann wirklich das Unternehmen selbst. Sucht man dann jedoch bewusst den Social Media- Kanal und dazu noch bewusst bekannte Blogger/innen, sollte es einem doch am Herzen liegen, wirklichen Content zu liefern, Dinge die man nicht an jedem Plakat, in jedem Werbespot sieht und hört. Dafür ist ein Blog für mich da.

    Was ICH wirklich sympathisch und toll fände, wären nicht solche halbgewalgten Aktionen, sondern der echte Blick hinter die Kulissen. Warum kann ein Blogger nicht mal einen Tag, eine Woche oder einen Monat bei VF hinter die Kulissen schauen und erläutern, was derzeitig im Unternehmen passiert. Was verändert sich, wie arbeiten die Leute dort? Was ist Vodafone und was macht diese Marke aus? Was wollen sie erreichen? Und vor allem – wer sind die Menschen hinter Vodafone? Was wird entwickelt, wie und warum. DAS alles sind Dinge, mit die sich der Blog beschäftigen könnte/ sollte. Alles andere über irgendwelche Telefone etc. kann man auch auf anderen Portalen nachlesen.

    Es fehlt schlicht die Einzigartigkeit, das „Anders sein“.

  • Christian sagt:

    @meistermochi Die Vodafone-Kampagne und Netzsperren sind in meinen Augen zwei Themen, die man trennen muss. Was die Netzsperren angeht, bin ich ganz gelassen und setze auf das Bundesverfassungsgericht. Und was das Thema Glaubwürdigkeit angeht: Eine Community kann in meinen Augen nicht glaubwürdig sein. Glaubwürdig sind immer nur Einzelne.

    Beide Aspekte haben aber auch gar nichts damit zu tun, dass auch Mitglieder der Online-Community nicht wirklich diskutieren wollen oder können. Dialog setzt nach meinem Verständnis Argumente und die Bereitschaft auch Gegenargumente zuzlassen voraus. Beides vermisse ich in der Diskussion um Twittermom.

  • Christian sagt:

    @noidea Das Problem ist, dass in den Kommentaren zu Twittermom selten etwas kommt, auf das ich als Unternehmen hören würde. Vorwürfe und Angriffe ohne Argumente. Thesen ohne Belege.

  • SheephunteR sagt:

    Moment mal, ich wollte Dialog mit Vodafone? Normalerweise nicht, und wenn, dann gehe ich dafür in den nächsten Vodafone Store meines Vertrauens.

    Ohne, dass ich ausdrücklich um Dialog gebeten hätte, ist Vodafone nun aber zu mir nach Hause gekommen, hat mir viel zu fest kumpelhaft auf die Schulter gehauen, hat auf den Teppich gekotzt und zeigt beim Essen keinerlei Tischmanieren. Will ich mit so jemandem Dialog? Nein, entweder er lernt sich angemessen und gemäß der etablierten Sitten zu benehmen, oder ich bitte ihn höflich, aber bestimmt mein Haus wieder zu verlassen.

  • meistermochi sagt:

    aber die elite der gemeinschaft steht – ob man will oder nicht – für das ganze. so wird das thema in meinen augen „draußen“ wahrgenommen.

    die kampagen an sich ist der richtige schritt, aber nicht durchdacht umgesetzt. aber wie das so ist im web: die optimierung endet nie.

    kann dir beim zweiten absatz voll zustimmen. dass sich schnutinger komplett verabschiedet, ist dabei allerdings der größte fehler…

    was hälst du von dem, was don alphonso da so abfackelt?

  • Jens sagt:

    @christian der Zusammenhang ist ganz einfach.

    Der Europa-Chef von vodafone hat noch vor zwei Wochen einträchtig mit von der Leyen auf einer Konferenz die Einführung der technischen Grundlage einer Online-Zensur diskutiert (ich war da, kein einziges kritisches Wort von ihm). Des weiteren ist vodafone weltweit immer vorne dabei, wenn es um das Andienen bei internet-nicht-verstehenden Regierungen geht.

    Es ist schon dreist bis in die Haarspitzen, sich dann parallel eine Web2.0 Kampagne zusammenzukaufen. Aber diesmal haben sie den Fehler gemacht, nicht zu verstehen, dass dieser Kanal intransparentes und widerwärtiges Verhalten nicht einfach schluckt und vergisst.

    Deswegen gibt es jetzt (teilweise überzogen) auf die Ohren.

  • Jens sagt:

    @andrea

    Den „blogger schauen hinter die kulissen/in den alltag“ ansatz finde ich gut

  • Christian sagt:

    @Jens Ich verstehe Deine Argumentation. Würde man diese hohen moralischen Ansprüche konsequent umsetzen wollen, müsste man seinen kompletten Konsum umstellen. In einigen Bereichen tue ich das, in anderen nicht. Was Unternehmen angeht, bin ich Realist. Ich erwarte nicht, dass sie immer und überall nur das Gute tun. In erster Linie erwarte ich gute Produkte und guten Service. Was das angeht, kann man mit Vodafone sicherlich einiges diskutieren. Meinetwegen auch die Einstellung des Unternehmens zu Zensur. Was aber nicht geht – und das ist mein Thema – ist eine Art der Diskussionführung, wie sie drüben bei vodafone.de abgeht. Wer als Mensch ernstgenommen werden möchte, als Verbraucher verstanden werden möchte, sollte dies artikulieren. Und nicht trollen. Da haben einige Netzbürger noch Nachholbedarf.
    Und dass eine vernünftige, offene Diskussion möglich ist, zeigen wir hier gerade.

  • Mirko Lange sagt:

    Frage mich, warum manche Leute das ganze Internet als „ihr Wohnzimmer“ beanspruchen. Wenn Vodafone bloggt, findet das in deren Wohnzimmer statt. Dann ist man da Gast. Wenn man die Blogbeiträge nicht mag, dann brauch man nicht hingehen. So einfach ist das. Aber es ist ein Unding, bei jemand anderem ins Wohnzimmer zu gehen und ihm dann zu beschimpfen, was für einen Blödsinn er erzählt.

    Und ja, man kann immer etwas anders und noch besser machen. Aber man kann auch erst mal versuchen, in dem „was ist“ das zu erkennen, was gut und okay ist. Auch hier hilft ein Vergleich: Wenn ich von jemandem zum Essen eingeladen werden, und er nur „okay“ kocht, schütte ich ihn auch nicht mit Beschimpfungen zu und mit 1.000 Wünschen, was ich gerne essen will. Oder was „Man machen sollte“. Auch hier gebieten es „soziale Regeln“, dass man ein Fedback gibt. Im SInne von „hat mir nicht so gut geschmeckt“. Und vielleicht kann man onch sagen „was hälst Du davon wenn,…“. Und wenn der andere mir nicht zuhört, gehe ich ben woanders hin. Es gibt mindestens so viele Blogs wie Restaurants. Und niemand würde auf die Idee kommen, ein Restaurant wüst und nachhaltig zu beschimpfen, weil es da schlechtes Essen gibt.

    Vodafone macht Werbung. Die drängt sich häufig auch auf. Aber das machen tausend andere Unternehmen auf. Und Vodafone versucht sich in Social Media. Um die zu sehen, muss man aber hingehen. Ansonsten stört sie nicht.

    Und ich möchte echt mal wissen, was an Beleidigungen und Sakramus „sozial“ ist. Wenn der einzige Gewinn des „Mitmach-Webs“ ist, dass jeder jetzt beim Pöbeln mitmachen darf – na dann gute Nacht, Abendland.

    Und noch ein Gedanke: Das Internet ist frei. Jeder kann sagen, was er will. Es gibt keine Zensur. Jemand anderen aber öffentlich fertig zu machen führt dazu, dass er sich nicht mehr frei äußern kann. Auch das ist Zensur – wenn auch „soziale“. Na Bravo. So viel zu den Zensur-Gegnern. Wer für freie Meinungsäßerung ist, muss auch zulassen, wenn jemand eine Meinung „pro Zensur“ hat.

  • meistermochi sagt:

    gut, das ist auf der straße aber auch nicht anders, wenn es z.b. im wahlkampf um emotional aufgeladene themen geht.

    als ich früher noch mit den grünen unterwegs war, gab es immer die wähler, die wirklich mit einem reden wollten und die, die dir ein durchdringendes arschficker zugerufen haben.

    man sollte einfach auch mal festhalten, dass das rumgetrolle nichts netzexklusives ist.

    klar ist, dass es – ob nun hier oder da – zu nix führt.

  • meistermochi sagt:

    gut, das ist auf der straße aber auch nicht anders, wenn es z.b. im wahlkampf um emotional aufgeladene themen geht.

    als ich früher noch mit den grünen unterwegs war, gab es immer die wähler, die wirklich mit einem reden wollten und die, die dir ein durchdringendes arschficker zugerufen haben.

    man sollte einfach auch mal festhalten, dass das rumgetrolle nichts netzexklusives ist.

    klar ist, dass es – ob nun hier oder da – zu nichts führt.

  • meistermochi sagt:

    @mirko

    niemand bei verstand darf so eine meinung gelten lassen. hoffe, du wolltest dich nur verkürzt ausdrücken.

  • Andrea sagt:

    Ich sag mal so – warten wir einfach auf die anderen Anbieter. O2 steht in den Startlöchern wie ich am Freitag erfahren habe. Schauen wir doch einfach, wer am Ende in die „richtige“ – oder besser – sympathischere Richtung fährt.

    Wenn die anderen Anbieter schlau sind, lernen sie aus dem Ganzen hier und machen es besser. Zu wünschen wäre es, ich würde mich wirklich freuen, ein Unternehmen, dass sich ganzheitlich gut im Social Media schlägt, verfolgen zu können.

  • sascha sagt:

    Mich interessiert nicht, was Vodafone in seinem Blog schreibt und mich interessiert auch nicht, was Ute Hamelmann dort schreibt. Also besuche ich nicht den Blog, rege mich nicht über die Texte dort auf und verschaffe diesen schon gar nicht Öffentlichkeit.

    Mich, als geborenen Thüringer, erinnert das an die Leute, die sich über den Preis der Bratwürste aufregen – MENSCH! DANN KAUFT DOCH KEINE!!! Wer zwingt Euch??

  • Mirko Lange sagt:

    @meistermochi

    Ja, das war etwas verkürzt. Im Falle von Vodafone gibt es ja keine Meinung „Pro Zensur“. Sondern ein explizites „Gegen Zensur“.

    Trotzdem vertritt Vodafone in dieser Beziehung eine Meinung, die von vielen heftig kritisiert wird. Aber man kommt nicht umhin zu sagen, das auch hier uneingeschränkt die Meinungsfreiheit gilt. Meinungen sind frei. Auch unerwünschte! Und auch Meinungen von einem Konzern.

  • […] Und deshalb wird gebasht (man könnte es auch als “verbale Steinigung” bezeichnen) was das Zeug hält. Gegen die beteiligten Blogger, gegen den großen Konzern Vodafone, gegen die beteiligte Werbeagentur, einfach gegen jeden, der irgendwas damit zu tun hat. Die Begriffe rund um dieses Thema wandern durch Twitter, ziehen sich durch die Blogs, und ich lese mit und wundere mich, warum die sog. Web-Elite nicht merkt, dass sie in einem nahezu völlig geschlossenen Raum agiert. Vielleicht ist es ihnen aber auch egal. Denn erstens sind knapp 100.000 Twitterer in Deutschland und die Hunderttausende an Bloggern nicht die Zielgruppe von einem Konzern wie Vodafone, auch wenn sie mit dieser Kampagne den grandiosen Einfall hatten, diese zur Abwechslung mal mit ansprechen zu wollen; und zweitens nimmt niemand, wirklich niemand der Millionen deutschen Bürger da draußen, die nicht bloggen und nicht twittern, diese ganze Diskussion überhaupt wahr. Und wenn sie es täten, wären sie vielleicht gar nicht empört über die Blogger, die wie so viele andere auch einfach mal eben einen Werbevertrag unterzeichnet haben, sondern vielmehr verwundert über all die moralischen Vorwürfe, die ihnen deshalb gemacht werden. Vielleicht. Ich stehe auch nur davor und gucke zu. Zugehörig zu dieser Hysterie und Empörung fühle ich mich nämlich in keinster Weise. Im Gegenteil. Damit bin ich aber auch nicht die Einzige, siehe hier und hier. […]

  • […] Ihr wollt Dialog? Lernt erst einmal diskutieren! "Social Media Marketing" bedeutet im aktuellen Stadium vor allem zweierlei: Unternehmen tun sich unglaublich schwer, sich von ihrem Kontrollwahn zu lösen und sich zu öffnen (sie lernen noch). Die Online-Öffentlichkeit beweist, dass ebenso wenig reif ist für einen Dialog mit Unternehmen (sie lernt noch). Eine Bestandsaufnahme gegenseitiger Unmöglichkeiten. (tags: socialmedia Gesellschaft Kommunikation) […]

  • vodafail: Die Generation Upload frißt ihre Kinder!…

    schnutinger gibt auf und sagt Tschüss! > In „Tja“ schreibt sie, „gewiss werde ich nicht mehr Web 2.0 machen“. Auslöser ist ihr Post „Twittermom“ im vodafone-Blog und die anschließende Diskussion dort (bzw. bei Felix). Gestern Abend um 10 schri…

  • order_by_rand sagt:

    Aus moralischer Sicht ein nachvollziehbarer Artikel, danke dafür.
    Frau Schnutinger ist natürlich nicht das geeignete Ziel solcher Angriffe – sofern die überhaupt irgendwo notwendig sind.

    In einem Punkt muss ich allerdings widersprechen:
    Die Kunden der Firma Vodafone stehen *nicht* in der Pflicht zum Dialog. Das ist Sache des Unternehmens und seiner Berater, den richtigen Ton zu treffen. Hier schweben einige Leute in ihrer Werber-Insel und glauben zu wissen das irgendwo gut ankommt, ohne wirklich vorher genau hingehört zu haben.

    Als Unternehmer bin ich verpflichtet, die Interessen meiner Kunden zu erkennen, glaubwürdig zu bleiben und eine vernünftige Qualität zu liefern. Ich bin verpflichtet, die richtigen Fragen zu stellen und zuzuhören und meine eigenen Ansichten ímmer wieder in Frage zu stellen.

    Nein, der Kunde ist nicht zum Dialog verpfichtet.

    Er hat vielmehr die Möglichkeit, sich einen Dienstleister zu suchen, der ihm zuhört.

  • […] Doch zurück zu der Kampagne. Als eines der wenigen größeren Unternehmen in Deutschland setzt der Mobilfunkanbieter auf diese schillernde Medienvielfalt im Social Web. Ob die Kampagne ausgereift ist, ob es Verbesserungen hier oder dort zu geben hat, ob Vodafone vollkommen richtig gehandelt hat – die Blogosphäre bewegten solche Fragen. Man fand einen wunden Punkt und kostete es aus, mit teilweise schamloser Kritik und fehlender Selbstdisziplin gegen ein Unternehmen zu wettern, dass sich auf das Glatteis gewagt hat: der direkte Kundendialog über Social Media. Persönlich zolle ich schon diesem kommunikativen Aktionismus sehr viel Respekt ab und schätze es sehr, dass ein Unternehmen diesen Weg eingeschlagen hat. Natürlich war es für mich wichtig, auch meine zumindest konstruktive Kritik zu der Kampagne zu veröffentlichen. Dialog will gelernt sein, doch was machen wir, wenn jemand nicht zuhören möchte? […]

  • eggh.at sagt:

    Dieser Vorwurf ist doof, weil die Gegenseite es auch nicht kann. Gefakte Postings. Werbung, die nicht als solche erkennbar ist (nannte man früher Schleichwerbung). Zensur in den Kommentaren.

    Das soll Kommunikation sein?

    Da muss man über die IMHO schlechte Kampagne und die Vodafone-Zensursula Connection erst gar nicht mehr reden.

    Und wer die Kritik unwürdig findet, würde gut daran tun, die auch zu verlinken … Dämliche Kommentare würde ich dabei nicht bewerten, die gibt es überall. Das ist nicht „Ihr“. Und auch das „ihr“ müsste mal definiert werden. Aber eigentlich auch alles egal.

  • […] Ihr wollt Dialog? Lernt erst einmal diskutieren! Nicht umsonst ist Absatz 1 der Netikette: […]

  • […] Zur „Elite“ zu gehören bedeutet auch Respekt vor anderen Menschen zu haben und das haben hier viel offenbar verloren.  “Ihr wollt Dialog? Lernt erst einmal diskutieren!“ […]

  • mark793 sagt:

    Wann und wo habe ich denn gesagt, ich wollte Dialog? Noch dazu mit Vodafön?

    Wegen ein paar schlecht erzogenen Stänkerern der Öffentlichkeit Dialogfähigkeit pauschal abzusprechen und damit auch alles abzuqualifizieren, was an sachlicher Auseinandersetzung mit Vodafön-Inhalten lief, das erscheint mir gelinde gesagt, ein wenig verquer. Kann natürlich sein, dass das provozieren sollte. Ist gelungen, ich habe mir dazu in meinem Blog auch ein paar Gedanken gemacht:

    http://mark793.blogger.de/stories/1451727/

    (Meine Software ünterstützt keine Trackbacks, deswegen komme ich mit dem Link hier etwas unelegant ins Haus)

  • Henning G sagt:

    Hallo,

    wieviele Handynutzer da draußen fühlen sich von ihrem Anbieter im Stich gelassen? Wieviele haben komplizierte oder einfache Fragen, die nicht beantwortet werden? Jetzt kommt Vodafone und verspricht der Generation Upload, daß alles besser wird. Die Gemeinde horcht auf, freut sich, doch was kommt sind nur PR-Blubberblasen. Und da reagiert die Gemeinde extrem sauer. Ein Wort gibt das andere und… zack.

    Was da fehlt ist ein klar verständliches und bezahlbares Angebot ohne 150 Fußnoten und Nebenwirkungen. Davor haben alle Anbieter (nicht nur Vodafone) panische Angst. Bräuchten sie aber gar nicht.

  • Norbert Kahler sagt:

    Vodafone wollte uns verarschen. So einfach ist das.

    Wer wollte denn den angeblichen Dialog. Wir doch nicht. Ich kann mich nicht erinnern, vor der Kampagne irgendwo in einem Blog das Bitten und Betteln eines Bloggers um einen Dialog mit Vodafone gelesen zu haben.

    Andersrum wir ein Schuh draus. Vodafone kam auf die glorreiche Idee doch mal drüber zu reden. Genauer, zu behaupten mal drüber reden zu wollen.

    Die Leute sind durchaus freundlich, neugierig einen Schritt auf Vodafone zugegangen. Um es dann, mit Verlaub gesagt, von Vodavone und den PR-Schranzen richtig in die Fresse zu bekommen. Nicht einmal, nicht zwei Mal, nein, jedes Vodafone-Blogposting war ein Schlag in die Fresse der Leute, mit denen man angeblich reden wollte.

    Erinnert sich jemand an den Film Mars Attacks? Die Erdlinge erwarten fröhlich und neugierig die Landung der Marsianer. Die landen, steigen aus und mähen erst mal alle nieder die zum Empfang bereit stehen. Man erklärt das zu einem bedauerlichen Missverständnis, man trifft sich wieder, und wieder mähen die Marsianer alle nieder. Die Marsianer freuen sich diebisch, wie sie die Erdlinge nochmals verarschen konnten.

    Genau wie die Marsianer macht es Vodafone. Wer den Film kennt, weiß auch, dass es die Erdlinge den Marsianern am Ende anständig besorgt haben. Vodafone wurde es ebenfalls anständig besorgt.

    Oben schrieb jemand, Vodafone würde im Stillen grinsen. Glaub mir, dass tun die ganz und gar nicht. Der vergebliche Versuch kostet Vodafone so richtig Geld, bei Geld hört das Grinsen in Führungsetagen auf.

    Nochmal, wir wollten gar keinen Dialog. Wozu denn? Das sind immer nur so ein paar Geschäftemacher, Wichtigtuer, Selbstdarsteller und Zivilversager die nach Dialog schreien. Die Minimalforderung ist nicht die nach Dialog, die ist eine ganz andere: Wir wollen nicht verarscht werden.

  • passant sagt:

    Ich würde mich nicht als „Generation Upload“ begreifen. Bin aber seit 12 Jahren im Internet und Blogge auch, nutze Twitter, Social Networks, der ganze Kram halt.

    Gut, Ich komme eher aus der Technik-Ecke aber ich verstehe überhaupt nicht was mir diese „Social-Media Kampagne“ verklickern soll?

    Vodaphone ist ein Provider – Deren Aufgabe und Job sollte sein, mir Internet/Telefon/Technik-Spielzeug möglichst günstig und mit guten Service und guten Tarifen anzubieten. Das gelingt oder gelang bislang offensichtlich nicht?

    Warum in aller Welt will ich mit denen irgendwie über das nötigste Kommunizieren? Ich will eine klare Ansage was Tarife angeht und guten Service haben. Ich will denen nicht bei Ihrer Werbung helfen, oder deren PR-Lesen. Und so wird es den meisten gehen. Da gibt es keinen Dialog, da gibt es kein Zuhöhren. Eine sinnvolle Meldung wäre gewesen: Passt auf, wir wissen die Sternchenfickerei ist Mist: neue Tarife, besserer Service, eine wirklich wichtige Inhaltliche Neuerung . Trocken und ehrlich Kommuniziert ohne PR, das wäre wohl nur mit sehr viel Selbstkritik gegangnen. So ist das halt, diese Branche ist einfach nicht ehrlich mit den tausenden *** – der Sturm aus Scheiße die logische Konsequenz.

    Das ist doch eine idiotische Annahme das die Nutzer interresse auf irgend eine Kommunikation abseits Ihrer Interressen mit Vodafone oder sonstwem lust hätten. Und angesichts der Realiten in der Kommunikationsbranche ist der Sturm aus Scheiße noch gar nicht mal so groß.

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