Was die neue Macht der Leser für Unternehmen bedeutet

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  • Februar 19, 2014
Bild unter einer CC-BY-SA-Lizenz von Johannes Gilger | flickr.com

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Wir befinden uns mitten im Medienwandel. Die Digitalisierung ändert die Art, wie wir Geschichten erzählen – und welche Geschichten wir erzählen. Carsten Knop – Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – titelte dazu Anfang Februar im Ad hoc-Blog der Zeitung „Die neue Macht der Leser“.

Darin ein Absatz, den vor allem Unternehmenskommunikatoren und wir Agenturmenschen verinnerlichen sollten:

„Erste Antworten darauf sind vor allem für den Unternehmensjournalismus eine Herausforderung: Kaum ein Leser auch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist ein engagierter Aktionär, die Quartalszahlen interessieren wenig. Weichgespülte, bis zum letzten Komma autorisierte Interviews mit Vorstandsvorsitzenden noch weniger. Anders ausgedrückt: Die Überschrift „Shell steigert Umsatz und Gewinn“ ist auch in der F.A.Z. vom Aussterben bedroht. Der Leser liest „Shell dreht an der Preisschraube“ sehr viel lieber.“

Das sitzt. Die Frage, die wir uns jetzt stellen sollten ist: Was bedeutet das für die Unternehmenskommunikation?

„Kritik als Normalzustand“ kennen wir aus dem Social Web. Moderation dieser Kritik wird für Agenturen und Sprecher wichtiger werden, wenn sie in Zukunft auch auf der großen Bühne stattfindet. Gleichzeitig wird es schwieriger werden, mit eigenen Themen in Redaktionen gehört zu werden. Vielleicht sind Redaktionen dann einfach auch nicht mehr der richtige Ansprechpartner, um Themen zu setzen.

Unternehmen werden auch weiter über ihre Geschäftszahlen reden wollen. Schon alleine deshalb, weil das so im Gesetz steht. Nur wie sieht die Finanzberichterstattung in Zukunft aus? Lohnt sich die große Bilanzpressekonferenz noch, wenn die Berichterstattung dazu in den Kurzmeldungen stattfindet? Oder beschränken sich Unternehmen wieder auf das, was das Gesetz vorschreibt. Reine Veröffentlichung der testierten Zahlen?

Der Wandel wird auch die Unternehmen und Agenturen erreichen. Nicht heute, vielleicht auch morgen noch nicht. Aber auf Dauer werden nur die Unternehmen erfolgreich bleiben, deren Geschichte auch unter Druck gelassen erzählt werden kann.

Und Agenturen, die in der Lage sind, die passenden Formate für diese Geschichte zu finden.

Der Beitrag steht unter einer CC-BY-SA-Lizenz.

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