Prototypen in der Unternehmenskommunikation

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  • Januar 18, 2018
Prototypen in der Unternehmenskommunikation

Prototypen in der Unternehmenskommunikation: Irgendwas ist im Zuge der Digitalisierung in der Unternehmenskommunikation verloren gegangen. Vor 20, 30 Jahren war es normal, eine sogenannte Nullnummer eines neuen Magazins zu produzieren. Ein Testballon, um zu sehen, ob die neue Publikation ihren Zweck erfüllt. In der Unternehmenskommunikation sieht man das heute eher selten. Klar, es wird ausgiebig getestet, sobald Technik oder Programmcode ins Spiel kommt. Bei Website-Projekten bestehen gute Agenturen auf Tests der Usability. Aber Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal ein neues Format oder sogar Inhalte getestet? Dabei ist das gar nicht so aufwändig. Man muss nur mit Prototypen arbeiten.

Prototypen zeigen, ob’s funktioniert

Natürlich ist der Test eine Kernaussage oder eines Narrativs in der Öffentlichkeit eine schlechte Idee. Aber darum geht es nicht. In Workshops oder Beratungsmandaten setze ich gerne auf Prototypen, um die Darreichungsform zu testen. Ich teste, ob das konzipierte Format den Erwartungen der Stakeholder entspricht. Nach jedem Test folgt eine Anpassung des Prototypen. Was funktioniert/gefällt bleibt, was nicht funktioniert/nicht gefällt wird verbessert oder entfällt ganz. Oder aber man gelangt zu der Erkenntnis, das gesamte Projekt einzustellen, weil es nicht funktionieren wird. Auch das ist okay. Schritt für Schritt entsteht durch testen so ein Format, das praktisch eingesetzt werden kann. Je nach Grad der Reife kann man Prototypen intern, öffentlich oder teilöffentlich testen. Letzteres zum Beispiel mit ausgesuchten Stakeholdern oder mit Experten aus anderen Unternehmen.

Prototypen in der Unternehmenskommunikation: einige Beispiele

Es gibt unzählige Prototypen, die alle zu einem anderen Zeitpunkt in der Konzeption gut funktionieren. In einem idealen Prozess setzt man einen dieser Prototypen ein, testet ihn, verbessert das Produkt, erstellt einen anderen Prototypen und testet ihn erneut.

Mock-up

Relativ früh im Prozess eingesetzt werden Mock-ups. Das sind nicht funktionierende Visualisierungen, die allerdings schon erste Lösungsansätze für Probleme einzelner Personas zeigen. Viele Agenturmitarbeiter werden jetzt sagen: „Klar, kenn ich doch, machen wir seit Jahren!“ Für Digitalagenturen mag das stimmen, in Kommunikationsagenturen ist das häufig noch Neuland. Selbst wenn Designer dort Mock-ups erstellen – von der App, der Website oder auch von einem analogen Produkt wie einem Magazin – entfällt häufig die Phase des Testens. Die ist für den Prozess allerdings essenziell.

Storytelling

Auch über Storytelling lassen sich Prototypen erleben. Und das in allen Phasen der Konzeption. Das Präsentieren von kurzen Geschichten oder Abfolgen, simuliert das Erleben des neuen Formats durch die Zielpersona. Wichtig ist auch hier das Testen: Präsentieren Sie die Geschichten einem echten, internen Publikum, und bitten Sie um ehrliches Feedback.

Minimum Viable Product (MVP)

Ein Minimum Viable Produkt ist einer der Prototypen in der Unternehmenskommunikation, den Sie bereits öffentlich testen. Es hat bereits die Funktion des neuen Formats, ist allerdings in vielen Belangen noch verbesserungsfähig. Ein MVP ist der ideale Weg, um ein neues Format schnell an den Start zu bringen und es unter Marktbedingungen zu testen. Sie produzieren den Podcast noch nicht im professionellen Studio. Videos für den LinkedIn-Kanal filmen Sie ohne zusätzliche Beleuchtung nur mit dem Smartphone. Auf die Art testen Sie neue Formate, ohne viel zu investieren. Funktionieren sie inhaltlich, feilen Sie so lange an den Feinheiten gefeilt, bis Sie die Qualitätsanforderungen der CI erfüllen.

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